Mittwoch, 8. April 2015

Tag 13: Abschied von China

Der letzte Tag in Shanghai, die letzten Stunden in China, die letzten Momente des vorerst letzten Nicht-Familien-Urlaubs. Wir waren durch mit unserem Besichtigungsprogramm, was jetzt noch fehlte, war das alte Ritual: Postkarten schreiben, Briefmarken besorgen, Postkarten einwerfen.
Nachdem unsere gestrige Briefmarken-Expedition kläglich daran gescheitert war, dass wir nicht in der Lage waren eine Postfiliale zu finden, zogen wir nun mit detaillierten Instruktionen der ortskundigen Julia erneut los. Und tatsächlich - nachdem wir nur zweimal falsch abgebogen waren, schafften wir es ein China Post Office zu lokalisieren. Durch das Vorzeigen unserer Postkarten beim Wachmann gelang es uns, Postschalter und Postbankschalter voneinander zu unterscheiden. Nun mussten wir nur der natürlich nicht-englischsprachigen Postbeamtin klarmachen, dass wir Briefmarken für 14 Postkarten nach Deutschland benötigen.
Wie so oft kam uns der glückliche Zufall zu Hilfe: Direkt vor uns in der Schlange stand ein anderer Deutscher, der ebenfalls Postkarten nach Deutschland verschickte, und der eine flüssig Deutsch sprechende chinesische Begleiterin hatte. Als wir also vergeblich auf Englisch versuchten unser Anliegen zu verdeutlichen, sprang netterweise die Chinesin ein und übersetzte schnell für uns. Glück gehabt!
Der restliche Vor- und Nachmittag ging dann für's Postkartenschreiben drauf; erst in einem japanischen Restaurant in der Mall am Zhongshan Park, danach auf einer Bank in besagtem Park (den wir bislang noch gar nicht kannten, da wir stets nur die Metro-Station durchstreiften, der aber sehr gemütlich und sehr sehenswert war).
Das Wetter wollte uns am Abreisetag noch einmal versöhnlich stimmen, und so war es in der Sonne bei 15 Grad ganz gut auszuhalten. Erst als Sulamith alle 14 postalischen Kunstwerke vollendet hatte, schoben sich ein paar Wolken vor unsere Wärmequelle, und so waren wir froh ein letztes Mal den Heimweh zu Julias und Jérômes Domizil anzutreten.
Zum Abschied spielten wir mit Julia noch einmal The Game - ein sehr einfaches kooperatives Kartenspiel, das wir bisher zwar einmal fast, aber noch nie so ganz geschafft hatten. Julia bestimmte, dass wir erst wieder nach Hause fliegen dürften, wenn wir einmal die vollen 100 Punkte erreichen. So strengten wir uns natürlich doppelt an, denn so schön es in Shanghai auch sein mag - die eigenen vier gut geheizten Wände in Bochum haben auch was für sich. Und tatsächlich: Beim dritten Versuch erreichten wir endlich die legendären 100 Punkte! Und alle so: Yeeeaaaahhhh!
Nun war aber wirklich die Stunde des Abschieds gekommen: Julia begleitete uns noch herunter zur Straße und half uns ein Taxi zum Flughafen zu ergattern. Dann drückten und bedankten wir uns noch einmal, und verschwanden im Shanghaier Abendverkehr.
Jetzt sitzen wir wieder hier in Dubai und warten auf unseren Anschlussflug. Der erste Flug war trotz der neun Stunden einigermaßen erträglich - sogar ein paar Stunden Schlaf haben wir geschafft. In einer Stunde geht es endlich ab nach Düsseldorf. Und damit nach Hause!
Denn da ist ja bekanntlich auch schön!

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